Verhandlung

Unter einer Verhandlung versteht man einen Dialog, der mit der Absicht geführt wird, einen Streit beizulegen, ein Übereinkommen zu erzielen, oder einen eigenen oder gemeinsamen Vorteil auszuhandeln. Ein Verhandlungsführer ist oft ein Experte in diesem Gebiet und setzt seine Expertise und verschiedene Verhandlungstechniken ein, um den für die durch ihn vertretene Partei besten Abschluss auszuhandeln.

Schlichtung

Eine Schlichtung zielt darauf ab, eine wechselseitige Übereinstimmung zwischen zerstrittenen Parteien zu erlangen, indem der Schlichter einen Kompromissvorschlag unterbreitet. Sollte sich dies als unmöglich herausstellen, obliegt es dem Geschick des Schlichters, die Parteien dazu zu bewegen, ihren unterbrochenen Dialog wieder aufzunehmen und weiter an einer für beide Seiten akzeptablen Lösung zu arbeiten.

Collaborative Practice - Kooperierende Praxis

Wie eine Mediation beruht auch die Collaborative Practice (CP) auf dem Grundsatz, eine Verhandlung zu ermöglichen. Jedoch werden anders als in einer Mediation die Parteien regelmäßig von ihren eigenen Rechtsanwälten vertreten, die eine Diskussion in Übereinstimmung mit einer Vereinbarung durchführen. Sofern nötig, tauschen die Parteien auch finanzielle Informationen aus. Alle Informationen und das gesamte Verfahren sind absolut vertraulich, die Parteien müssen daher integer und rücksichtsvoll an dem Verfahren teilnehmen. Sofern das Verfahren fehlschlägt, sind die an einer CP-Verhandlung beteiligten Rechtsanwälte nicht befugt, ihre Partei auch vor Gericht zu vertreten. Dies stellt sicher, dass die Parteien sich auf die Vertraulichkeit der preisgegebenen Informationen verlassen können.

Ombudsperson

Eine Ombudsperson ist eine unabhängige und/oder offizielle, regelmäßig durch die Regierung, das Parlament, eine Nicht-Regierungsorganisation oder Vereinigung ermächtigte Stelle. Er oder sie ist mit der Vertretung der Interessen der Öffentlichkeit oder der Verbraucher betraut, indem von Privaten erhobene Beschwerden untersucht und bearbeitet werden. In einigen Wirtschaftsbereichen, wie dem Bank- und Versicherungswesen oder bei Rechtsanwaltskammern wurde eine unparteiliche Ombudsstelle geschaffen, um Streitigkeiten zwischen dem Unternehmen und einem Verbraucher oder Mandanten zu lösen. Die Entscheidungen einer Ombudsperson sind für die an diesen Programmen teilnehmenden Unternehmen rechtsverbindlich. Wenn jedoch ein Verbraucher oder Mandant mit der Entscheidung nicht zufrieden ist, kann er seinen Fall immer noch vor Gericht bringen.

Das Netz der europäischen Verbraucherzentren - ECC-Net

Im Jahr 2005 errichtete die Europäische Union das Netzwerk der europäischen Verbraucherzentren, um Unionsbürger in Streitfällen im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Einkäufen zu unterstützen (ECC-Netz). Das Netz besteht bereits aus 29 europäischen Verbraucherzentren (in 27 Mitgliedsstaaten, in Island und Norwegen), die mit dem Ziel der fortlaufenden Verbraucherinformation zusammenarbeiten, und bei der Schlichtung von grenzüberschreitenden Beschwerden und Streitfällen unterstützend tätig werden können.

Oftmals unterstützt das Netz der europäischen Verbraucherzentren Verbraucher, die eine Beschwerde vortragen, dabei, eine Einigung mit Hilfe einer Methode der alternativen Konfliktschlichtung (ADR) zu erzielen.

Das Netz der europäischen Verbraucherzentren arbeitet mit weiteren europaweiten Netzwerken zusammen, die grundlegende Informationen über Europarecht, nationale Gesetzgebung und Rechtsprechung zur Verfügung stellen - das Europäische Juristische Netzwerk zum Beispiel befasst sich mit der Förderung der Durchsetzung von Zivil- und Handelsrecht, SOLVIT spricht Schwierigkeiten an, die durch die fehlerhafte Anwendung der Regeln des Binnenmarktes entstehen, und FIN-NET ist ein außergerichtliches Netzwerk für Finanzdienstleistungen.

ODR (Online Dispute Resolution)

ODR wird oft als das Online-Äquivalent zu ADR betrachtet. Jedoch kann ODR die traditionellen Mittel von ADR durch Anwenden von innovativen Techniken und Online-Techniken erweitern, um hierdurch Konflikte zu lösen. Wenn der Prozess hauptsächlich online geführt wird, spricht man von ODR, das kann reichen von der Anfangsfrage, den neutralen Termin einschließend, beweiserhebliche Prozesse, mündliche Anhörungen, wenn erforderlich, Online-Diskussionen und sogar die Wiedergabe von bindenden Entscheidungen.

ODR wird nicht auf Konflikte beschränkt, die sich aus Business-to-Consumer (B2C) ergeben, aber für diese Art von Online-Geschäfte ist es eine sinnvolle Option, das Internet auch für die Lösung von E-Commerce-Streitigkeiten zu verwenden, da die Ausgangsgeschäfte auch online abgeschlossen worden waren.

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